PRESSE

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NOZ-2017-03-27-S.29

 

Akampita Steiner mit Klang gewordener Poesie

 

mali OSNABRÜCK.

Während der ausklingenden internationalen Wochen gegen Rassismus variierte Sängerin

Akampita Steiner im Piesberger Gesellschaftshaus facetten-und instrumentenreich

das Thema „Liebe bewahren“. Zwischen graziös mit vokalreichem Obertongesang

inszeniertem Auftritt und Abgang entfaltete sie einen betörenden Klangzauber, mit

dem sie die Schönheit von Orten und Landschaften abbildete, aber auch Poesie zu

Musik werden ließ – etwa mit Vertonungen von Gedichten von Else Lasker-Schüler. Das

Leitmotiv des bezaubernden Abends fand sich auch in einem katalanischen Lied über

eine Frau wieder, die trotz Zwangsheirat ihre Liebe bewahrt. Dazu zupfte die Multiinstrumentalistin

beschwingt bis melancholisch die Gitarrensaiten, während sie an anderen Stellen diverse

Flöten blies, mitunter parallel dazu die Shruti-Box mit den Füßen bediente, sanft bis

energisch den Gong schlug, bedeutungsschwanger die Lyra zupfte oder die rezitierte

„Versöhnung“ mit den Klängen der Sansula unterlegte. Multilingual intonierte

Steiner mal ein Liebeslied in hebräischer, mal in französischer Sprache.

Auch mit Eigenkompositionen wie der ins Herz und Ohr gehenden Zugabe „Irgendwann“ berührte

sie ihre rund 50 Zuhörer. Am Ende kamen noch Kalimba und Ocean Drum

mit aufgesetztem Tamburin zum Einsatz, bevor es in Form eines von Klaus Hoffmann

übersetzten Chansons von Jacques Brel hieß: „Wenn uns nur Liebe bleibt“ – sollte

man sie bewahren, möchte man da ganz im Sinne dieses bezaubernden musikpoetischen

Abends ergänzen.

Berührend: Akampita Steiner

Foto: Eckart Schönlau

cru Buer. Den zweiten Abend der Literabuer in Melle-Buer gestaltete die Musikpoetin Akampita Steiner mit Gesang und Texten auf dem Hof Wiechert in Tittingdorf.

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Wie ein Faun trat Akampita Steiner hinter einer Weide am Ufer des Teiches hervor und schritt singend und musizierend über Wiese und Strand zu ihrer kleinen Bühne. Wie geschaffen für die Künstlerin hatten Uta und Kai Wiechert ihre Strandbar in Tittingdorf für den zweiten Abend der Literabuer hergerichtet. Unter freiem Himmel vor naturgrüner Kulisse begann Akampita Steiner ihren außergewöhnlichen musikpoetischen Abend.

Die Natur ist ihr Thema

„Wörter und Töne über den Wassern“ nannte sie ihr Programm mit Rezitationen und Liedern und wunderschönen Klängen. Die Natur ist ihr Thema, eigentlich die ganze Welt, der Respekt vor der Schöpfung ebenso wie vor der Kunst. Mit ihrer ganz eigenen künstlerischen Haltung bezauberte Akampita Steiner ihre Zuhörer nicht nur, sie fesselte mit ihrer ganz besonderen Art des musikalischen Ausdrucks.

Die Ocean Drum – eine geschlossene Trommel, die mit kleinen Stahlkugeln gefüllt ist

Sie rezitierte und sang eigene Texte und ihre Vertonungen zu Texten von Else Lasker-Schüler, eröffnete ihren Abend mit Gesängen aus Israel und Katalonien. Sie begleitete sich selbst mit Gitarre und den ungewöhnlichsten Instrumenten wie der Shruti-Box, einem kleinen indischen Blasebalgkasten, mit Leier, Daumenklavier, Klangschalen, die sie mit einer Handpuppe spielt, und Gong. Sie bläst ihre in D gestimmte Blockflöte und singt gleichzeitig, und erweckt mit der Ocean Drum, einer runden geschlossenen Trommel, die mit kleinen Stahlkugeln gefüllt ist, den Eindruck von Meeresrauschen. Mit Obertongesang präsentiert sie ihre wunderschöne Stimme als besonderes Instrument.

Als hätte sie die Natur eingeladen, mit ihr gemeinsam zu musizieren, band sie den Abendgesang der Vögel, das Schnattern der Gänse am Teich und das Quaken eines Frosches gewissermaßen in ihre Weltmusiken ein.

Außergewöhnliche Musikalität und eindringliches Textverständnis

Als Höhepunkt ihres Abends nach einer Pause und nun im Gastraum des Strandcafés, darf ihre Interpretation des berühmten Textes des Häuptlings Seattle gelten, ihr musikalischer Appell, die Natur zu achten. Die Textzeile „Meine Worte sind wie Sterne“ hätten eigens für die Künstlerin und diesen Abend erdacht werden können. Nicht nur an dieser Stelle ihres Programms hätte man die viel zitierte Stecknadel fallen hören können.

 

Bernd Thye vom Bueraner Verein „Artig“ und Initiator der Reihe Literabuer hatte einen spannenden Abend für alle Sinne versprochen und damit viel mehr als recht behalten. Mit außergewöhnlicher Musikalität und eindringlichem Textverständnis bescherte Akampita Steiner ihren Zuhörern Musik und Poesie auf wunderschöne Weise.

 

Ein Artikel von Conny Rutsch

Foto: Eckart Schönlau